Hundetraining im Alltag: Wenig Zeit und trotzdem gut erzogen

Hundetraining im Alltag: Wenig Zeit und trotzdem gut erzogen

Unter einem gut erzogenen Hund haben wir alle so unsere Vorstellungen. Brav und gehorsam soll er sein. Andere Vierbeiner lädt er zum Spielen ein, statt sie beißen zu wollen. Zur Begrüßung wird niemand angesprungen usw. Viele Hundebesitzer merken erst nach einer Weile, wie sinnvoll und wichtig Hundetraining ist. Und welcher Zeitaufwand damit entsteht.

Doch wie kann das Hundetraining im Alltag aussehen? Zwischen Job, Kindern, Haushalt und Hobbies, darf die Fellnase trotzdem nicht zu kurz kommen. Wir haben deshalb ein paar Tipps zusammengestellt, wie Hundeerziehung mit nur wenig Zeit effektiv stattfindet.

6 Tipps fürs Hundetraining im Alltag

Kurz und intensiv funktioniert am besten

Es ist gar nicht notwendig, dass der Hund stundenlanges Training erhält. Wie hoch seine Aufmerksamkeitsspanne ist, hängt ein stückweit von der Rasse ab. Im Mittel lässt sich mit 15 Minuten an Übungen viel erreichen. Danach dürfte die mentale Ermüdung des Vierbeiners groß genug sein und es lohnt sich eine Pause einzulegen.

Wobei Ihre Fellnase es nicht direkt zeigen wird. Sie verwechseln dann Spieltrieb mit Lerneinheit und überreizen. Halten Sie deshalb die Sitzungen kurz, um anschließend noch zu kuscheln oder wirklich zu spielen.

Alles braucht Zeit – Nur keine Eile

Vergleichen Sie es mit einem Kind, welches gerade laufen lernt. Es benötigt viele kleine Zwischenschritte, bis es fest auf den Beinen stehen kann. Selbst dann geht es noch nicht und benötigt noch mehr Zeit sowie Versuche. Genauso ist es bei Ihrem Hund, welcher ein neues Kommando sehr oft gezeigt bekommen muss.

Wollen Sie verschiedene Befehle miteinander verbinden, dann bitte immer nur einem nach dem anderen. Perfektionieren Sie das „Sitz machen“, bis es nicht mehr halbherzig geschieht, bevor dann „Platz“ an der Reihe ist.

Gehorsam beim Spaziergang lernen

Ausreichend Zeit für mehrere Spaziergänge täglich sollte vorhanden sein. Andernfalls schaffen Sie sich bitte keinen Hund an. Auch jetzt können Sie trainieren. Ihr treuer Freund soll sich vor Straßenüberquerungen hinsetzen. Neigt er zum grundlosen Ziehen an der Leine, wechseln Sie schlagartig die Richtung. Immer und immer wieder, auch wenn dies für Beobachter seltsam aussieht. Sie geben den Ton an und wo es lang gehen soll. Kombinieren Sie Spaziergänge mit kleinen Lektionen.

Ihre Motivation entscheidet mit

Hunde sind sehr einfühlsame Wesen. Sie spüren wenn Herrchen oder Frauchen nicht bei der Sache sind. Ein anstrengender Tag oder schlechte Ereignisse wirken sich auf Ihren Begleiter aus. Wenn Ihnen so gar nicht der Sinn nach Hundetraining steht, belassen Sie es bei einem normalen Spaziergang und den Kuscheleinheiten danach.

Keine Routine – Abwechslung hineinbringen

Nach dem „Sitz“ kommt das „Platz“ und darauf folgt „Steh“. So üben Sie es in der Anfangszeit immer wieder. Durchbrechen Sie die Routine nach einer Weile, um die Aufmerksamkeit Ihres Vierbeiners zu fordern. Auch das macht Hundetraining aus oder machen Sie täglich immer genau dasselbe, bis es ins Bett geht?

Leckerli abgewöhnen

Anfangs mag es die Aufmerksamkeit steigern, wenn Ihr Hund durch Leckerli ein verstärktes Lob erhält. Irgendwann sollte es aber genügen, dass Sie die richtige Aktion mit Ihrer Stimme und Streicheln beloben. Hunde sollten vor dem Training weder ausgehungert sein, noch vor kurzem eine Hauptmahlzeit gegessen haben.

Statt dem Leckerli als Belohnung, könnte es auch das liebste Spielzeug sein, welches kurz durch die Mangel genommen werden darf. Ansonsten will Ihr Hund irgendwann immer ein Futterstück haben und lenkt seinen Fokus nur darauf.Hundetraining im Alltag: Wenig Zeit & trotzdem gut erzogen

Typische Trainingsfehler vermeiden

Auch wenn Ihnen beim Hundetraining im Alltag nicht viel Zeit bleibt, sollten sich gewisse Fehler nicht einschleichen. Das sind unter anderem:

Steter Tropfen funktioniert hier nicht

Hundekommandos sollen nicht nur kurz und prägnant sein, sondern nur einmalig ausgesprochen werden. Jeder Befehl genügt einmal und wird mit einer Reaktion Ihres Vierbeiners beantwortet. Sei es auch Desinteresse. Was Sie natürlich vermeiden wollen. Aber ständiges „Sitz“ oder „Hier“ trifft auf taube Hundeohren.

Tipp: Hunde reagieren auf Gesten mindestens genauso gut, wenn nicht gar besser, als das gesprochene Wort. Ihre Körpersprache weiß die Fellnase bestens zu interpretieren. Wenn Sie ihn ernsthaft heranrufen wollen, dabei aber lächeln, stimmt etwas nicht. Bringen Sie Worte und Gesichtsausdruck in Einklang. Gewöhnen Sie sich zudem feste Fingerzeichen zu jedem Kommando an.

Schwächelnde Konsequenz

Hundetraining mag für Sie als Besitzer ermüdend sein. Doch Konsequenz stellt einen Schlüssel zum Erfolg dar. Selbst wenn die Hundeerziehung schon Früchte trägt, dürfen Sie das Verfestigen nicht vernachlässigen. Ihre Fellnase testet immer wieder, wie weit sie gehen kann.

Timing ist alles

Wenn Ihr Hundetraining wirklich von Erfolg gekrönt sein soll, muss jedes Kommando perfekt sitzen. Sie sind damit gemeint, denn der Zeitpunkt entscheidet darüber ungemein. „Spring“ oder „Hopp“ schon zehn Meter vor dem Hindernis ist zu früh gesagt. Hunde können sehr schnell reagieren. Passen Sie sich dem an, damit seine Reaktion passt.

Genauso sieht es mit Lob und Tadel aus. Bereits nach wenigen Sekunden haben Hunde das Erlebte vergessen. Sei es in Verbindung mit Gehorsam oder dem zerkauten Schuh von Herrchen. Solche Interaktionen müssen sofort stattfinden, wenn es geschieht.

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