Den Hund alleine lassen: Was gilt es zu beachten?

Den Hund alleine lassen: Was gilt es zu beachten?

Hunde fühlen sich in einem sozialen Umfeld sehr wohl. Wenn es kein Rudel gibt, suchen sie den Austausch mit Herrchen und Frauchen. So gut Sie sich organisiert haben: Es wird immer Zeiten geben in denen Ihr Hund alleine bleiben muss.

Sei es beruflich oder wegen privaten Verpflichtungen. Natürlich versuchen Sie die liebgewonnene Fellnase nur so kurz wie möglich mit Ihrer Abwesenheit zu „beglücken“. Manche Hunde sind typische Alleingänger. Was zum Teil vom Charakter, aber auch der Rasse abhängt. Doch dann gibt es die nervösen und ängstlichen Hunde. Sie jaulen und bellen, kratzen an der Tür, zerfetzen die Kissen usw.

Trennungsängste sind nicht nur uns Menschen bekannt. In diesem Ratgeber erfahren Sie wichtige Tipps zum Thema Hund alleine lassen und was es zu beachten gilt.

Testen Sie Ihren Hund

Ihr treuer Begleiter lebt erst seit kurzer Zeit bei Ihnen. Wenn Sie nach Hause kommen, gibt es nicht immer konkrete Anzeichen für Trennungsangst. Sofern Ihnen nicht der Nachbar erzählt, dass Ihre Fellnase durchweg bellt, können Sie nur vermuten. Machen Sie also einen kurzen Test:

  1. Stellen Sie eine Kamera (Smartphone, Tablet, Camcorder) im Wohnzimmer auf. Der Winkel sollte so gewählt sein, dass der Großteil des Raumes ersichtlich ist. Vor allem geht es um die Tür zum Zimmer.
  2. Jetzt die Filmaufnahme starten und von Ihrem pelzigen Freund wie gewohnt verabschieden.
  3. Nach fünf bis zehn Minuten kehren Sie wieder ins Zimmer zurück. Überprüfen Sie die Videoaufnahme. Zeigen Sie das Material ggf. einem Tierarzt oder Hundetrainer. Lassen sich Anzeichen von Trennungsangst erkennen?

Hund alleine lassen: Sorgen & Gedanken

Hunden wird oft unterstellt, dass sie nur in begrenztem Maße denken und fühlen könnten. Dem widersprechen aber alle Fakten die eine klare Trennungsangst belegen. Wenn Ihr Tier darunter leidet, kann es dies sehr unterschiedlich äußern:

  • Ganz klassisch sind Bellen, Wimmern und Jaulen sobald alle den Raum bzw. die Wohnung verlassen haben.
  • Ihr Hund könnte aus Protest sein kleines oder großes Geschäft in der Wohnung verrichten. Wobei dies auch dann geschieht, wenn Ihre Abwesenheit das gesunde Maß überschreitet.
  • Ständiges Schnüffeln am Boden macht sich durch Flecken erkenntlich. Dasselbe mit der Tür und den Wänden drum herum.
  • Aus Verzweiflung kratzen und nagen manche Vierbeiner auch am Ausgang. Ebenso ist die Zerstörung von Gegenständen schon vorgekommen.
  • Enge oder dunkle Räume machen Hunde ggf. nervös. Kommen laute Umgebungsgeräusche hinzu, verstärkt dies den Druck. Ihr Hund versucht womöglich auszubrechen.
  • Andere igeln sich ein und holen dazu alle möglichen Gegenstände von Herrchen und Frauchen zusammen. Diese riechen nach dem Rudel und strahlen die gewohnte Umgebung aus.
  • Es kann aber auch zum stillen Protest kommen. Ihr Hund frisst oder trinkt nicht mehr ordentlich. Vielleicht verweigert er auch die Bewegung an der er sich sonst immer erfreute.
  • Sobald Ihr Hund merkt, dass Sie weggehen werden, verkriecht er sich in der Wohnung. Er könnte aber auch sehr unruhig reagieren und wie eine Klette an Ihnen haften.

Und bestens bekannt ist dann die Situation beim Wiedersehen. Ihr Hund bellt und jault vor Freude, schmeißt sich auf den Boden und versucht an Ihnen hochzuspringen.

Den Hund alleine lassen: Was gilt es zu beachten?

So lernt Ihr Hund allein zu bleiben

Nun stellt sich aber die Frage, wie Sie der Hund das alleine lassen lernen kann. Dabei müssen Sie zwischen den verschiedenen Altersstufen und Gegebenheiten unterscheiden.

Welpen: Die jüngsten unter ihnen kennen noch nicht das Gefühl von Trennungsschmerz. Ihre Welt ist bunt und aufregen, auch ohne den Besitzer. Hier sollten Sie sofort ansetzen und trainieren. Spielen und toben Sie, bis Ihre Fellnase seine steigende Müdigkeit anzeigt. Während der Welpe sich ausruht, verlassen Sie das Zimmer und schließen die Tür hinter sich. Nach einigen Minuten kommen sie wieder herein, ohne dabei für Aufsehen zu sorgen. Geschlossene Türen und das alleine sein sollen völlig normal wirken.

Erwachsener Hund: Das Prinzip ist hier genau dasselbe wie beim Welpen. Nur mit dem Unterschied, dass Sie hier mehr Geduld mitbringen müssen.

Ältere Hunde und Tierheimhunde: Problematisch wird es, wenn Sie einen älteren Hund zu sich holen, welcher bislang die durchgehende Anwesenheit von Menschen gewohnt war. Hunde aus dem Tierheim besitzen oft ein hohes Maß an Unsicherheit. Vielleicht durften Sie schon in verschiedenen Familien leben und sind deshalb nervös. In der Anfangszeit sollten Sie deshalb wirklich viel Freizeit aufbringen können. Holen Sie sich bei Bedarf einen Hundetherapeuten ins Haus.

Konsequent sein & belohnen

Es mag Ihnen sicher nicht leicht fallen, aber egal wie sehr Ihr Hund auch jammert: Sie müssen hart bleiben. Andernfalls betrachtet Ihr Vierbeiner seine gelebten Emotionen als Erfolg und wird sie wiederholen.

Bei Ihrer Heimkehr beginnen Sie sofort zu spielen. Das Toben soll dazu dienen, dass Ihr Hund nach dem alleine lassen ein positives Erlebnis erfährt. Was Sie fortan immer tun werden.

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